Auf der Wüstenstraße nach Yazd

In Isfahan bin ich mal wieder aufs Fahrrad gestiegen, um nach Yazd zu fahren. Wegen der extremen Temperaturen wollte ich von Sonnenaufgang bis Mittag und in den Abendstunden radeln. Der erste Tag war gut, bald war ich in Varzaneh, 110 km östlich von Isfahan, etwas dehydriert, aber zeitlich knapp vor der hochstehenden und unerträglichen Mittagssonne angekommen. Hussein, ein Truckfahrer aus dem Ort, lud mich zu Mittagessen und Siesta in seine Wohnung ein. Schön gekühlt durch die Klimaanlage verbrachte ich dort den Nachmittag auf persischen Teppichen.

Mit frischem Wasser wollte ich mich dann in die „echte“ Wüste aufmachen. Knapp 100 Kilometer bis zum nächsten Ort, auf halber Strecke soll es eine Karawanserei mit Wasser geben. Am Abend fuhr ich bis zum Sonnenuntergang noch einmal 30 Kilometer auf der Wüstenstraße und schlug dann mein Zelt am „schwarzen Berg“ gegenüber eines großen Salzsees auf.

Leider habe ich mich dann doch mit dem Wasservorräten verkalkuliert,  die Karawanserei konnte ich nicht finden. Am nächsten Morgen gab es  über 3 Stunden kein Auto auf der Straße, das ich hätte anhalten und nach Wasser fragen können. Leichter Gegenwind und ein leichter Anstieg waren zusätzlich geringfügig demotivierend. Mit 2,5 Litern Wasser noch 60 Kilometer bis zum nächsten Dorf zu fahren wollte ich nicht, immer ungewiss, ob noch ein Auto kommt, dass mir Wasser geben kann. So viel Mut hatte ich dann doch nicht. Also drehte ich um und fuhr nach Varzaneh zurück, um nach Yazd zu trampen. Aber die Nacht in der Wüste und das radeln war trotzdem spannend, am Salzsee gab es Flamingos und Schakale und ich weiss nun, dass die iranische Wüste ein schattenfreier heißer Ort ist, auf den man sich doch besser vorbereiten muss.

Yazd ist eine spannende und sehr alte Wüstenstadt. Die Altstadt hat ausschließlich Häuser, die in traditioneller Lehmbauart gebaut sind, das kühlt tagsüber und konserviert die Wärme für die Nächste. Aufgrund des leichten Windes ist die Hitze (>40 Grad) in Yazd erträglich, im Guesthouse traf ich die Radler Conny und Jens wieder, die sich vom Tehraner Visastress in der Wüstenstadt erholen wollten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s